Wolfgang Raufelder: Stuttgart 21 macht den Regionalverkehr teurer

by Eric on 23. November 2011

Raufelder, Wolfgang

Entgegen den Aussagen der Deutschen Bahn AG erhöhen sich die Stationspreise für den Stuttgarter Hauptbahnhof deutlich mit der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und führen damit zu einer Verteuerung jedes einzelnen Zughalts. Diese Gelder müssen über die Vergaben im Schienenpersonennahverkehr gegenfinanziert werden und erhöhen so das vom Land zu bezahlende Bestellerentgelt. Darauf hat jetzt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag Wolfgang Raufelder aufmerksam gemacht.

„Logischerweise fehlen diese Gelder an anderer Stelle. Somit stehen weniger Gelder für ein attraktives Angebot im Schienenpersonennahverkehr im ganzen Land zur Verfügung“, so Wolfgang Raufelder. Nach Informationen der Landesregierung haben Erfahrungen bei anderen Neubauprojekten gezeigt, dass bei der Realisierung des Bahnprojektes Stuttgart 21 mit höheren Trassen- und Stationspreisen zu rechnen ist. Auch bei den Tunnelbauwerken ist von einem deutlich höheren Unterhaltungsaufwand auszugehen. Dabei ist unsicher, wo diese Mehrkosten bei Stuttgart 21 auftreten.

Zwischenzeitlich wurde auch herausgearbeitet, dass für Stuttgart 21 Millionen an Regionalisierungsmittel verschlungen werden. „Dabei sind Regionalisierungsmittel in erster Linie für die Bestellung von Zugleistungen und Verkehrsverbindungen angedacht. Dieses Geld fehlt logischerweise an anderer Stelle, wenn es für Stuttgart 21 ausgegeben wird.“ In diesem Jahr sollen 34 Millionen Euro für Stuttgart 21 an Regionalisierungsmittel ausgegeben werden. Der Betrag steigt auf bis zu 44 Millionen Euro p.a. für 2014 bis 2015 an.

Außerdem will die Deutsche Bahn AG mit Stuttgart 21 die Züge zusätzlich zum herkömmlichen Sicherungssystem mit dem „European Train Control System“ (ETCS) ausstatten. Schätzungen zufolge, ist dies mit weiteren Mehrkosten von 300.000 bis 400.000 Euro pro Zugeinheit verbunden, was sich wiederum auf die anstehenden Vergabeverfahren für Schienenverkehrsleistungen im Preis niederschlagen wird. Raufelder: „Auch dadurch wird Stuttgart 21 unterm Strich deutlich teurer als bislang geplant.“

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