“Mit Kanonen auf Spatzen” ab sofort erhältlich

by Arne on 10. März 2011

Nur wenige Wochen nach dem Ende dieses Untersuchungsausschusses werden nun erstmals in Form eines „Schwarzbuches“ die Ereignisse vom 30.9.2010 im Stuttgarter Schlossgarten und der Untersuchungsausschuss
selbst dokumentiert.

Die Herausgeberin Beatrice Böninger gehört der Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 seit November 2009 an. Die Ereignisse des 30.9.2010 im Schlossgarten in Stuttgart und der Ablauf des Untersuchungsausschusses (UA) waren für sie der Auslöser für die Entstehung des Buches.

Ein Buch aus der Bürgerbewegung für die Bürgerbewegung, ein Buch gegen das Vergessen. Bei der Umsetzung dieser Idee konnte sie Mitautoren gewinnen, die mit ihren Beiträgen das Buch bereichert haben. Jeder hat mit seinen Worten, seinen Erinnerungen und mit seiner Sicht der Ereignisse vom 30.9.20120 sowie der Abläufe im Untersuchungsausschuss versucht, ein Bild zu zeigen, dass der Kriminalisierung der Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 entgegentritt.

Uli Sckerl, der Obmann der Grünen im Untersuchungsausschuss, war bereit, seine Erfahrungen aus der Arbeit des UA einzubringen und ermöglicht so zusätzliche, unverzichtbare Einblicke in die Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten des UA.
Der erfrischenden Spontaneität von Gunter Haug ist das Kapitel „Lebenslänglich“ zu verdanken, dass insbesondere an die schwerst Augenverletzten erinnern soll. Dankwart von Loeper schreibt in seinem Vorwort: „In Zeugenberichten werden deshalb in diesem Buch die Ereignisse jenes denkwürdigen Tages minutiös und aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. (…) Viele Hintergründe, die allzu leicht in Vergessenheit geraten und über die selten oder gar nicht berichtet wird, werden hier kenntnisreich und kritisch erläutert.“

Der juristische Vergleich zu den Ausführungen von Prof. Würtenberger und Prof. Poscher von Axel Tschorn, einem ehemaligen Richter, zeigt auf, dass die Verhaltensweise der Demonstranten im Schlossgarten keinesfalls pauschal als gesetzeswidrig bezeichnet werden kann. Professor Thomas Feltes und Anna Schnepper finden in ihrem einführenden Beitrag eindringliche und mahnende Worte zu den Ereignissen im Schlossgarten und stellen abschließend fest, dass „faktisch das Recht der Demonstranten auf körperliche Unversehrtheit dem Eigentumsrecht der Bahn geopfert wurde.“

Welche Ohnmacht der Bürger hier und auch bei den Abläufen im UA empfinden musste, schildert Dieter Reicherter in seinem Kapitel „Die Ohnmacht der Bürger“. Einen ganz besonderen Platz in dem Buch nimmt der Beitrag des BUND-Regionalverband Stuttgart ein. Es ist die Geschichte des Juchtenkäfers und das von den Behörden ignorierte
Artenschutzrecht. Dieser Rechtsverstoß war leider nicht im Untersuchungsauftrag aufgenommen worden, weshalb er in diesem Buch eine wesentliche Rolle spielt. Ohne diesen Rechtsbruch wäre es wohl nicht zu den Ereignissen im Schlossgarten am 30.9.2010 gekommen.

Insgesamt sind 15 Autoren mit den unterschiedlichsten Beiträgen an dem Buch beteiligt. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Ereignisse im Schlossgarten sowie die Ereignisse im UA. Dankwart von Loeper merkt zu Recht an: „Dieses Buch möge dazu beitragen, dass die Ereignisse vom 30.9.2010 nicht in Vergessenheit geraten und daraus die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Es geht um weit mehr als nur um einen Bahnhof!“

Weiterführende Informationen gibt es auf der Website des Verlags

Ähnliche Beiträge:

  1. Buchankündigung: Mit Kanonen auf Spatzen

Leave a Comment

Previous post:

Next post: